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Kreistreffen 2015

70 Jahre nach Flucht und Vertreibung aus ihrer ostpreußischen Heimat kamen am Wochenende von 5. und 6. September 2015 wieder viele Heiligenbeiler zu ihrem Jahrestreffen im niedersächsischen Burgdorf zusammen und feierten ein fröhliches Wiedersehen.

Ostpreußen, Heiligenbeil, die verlorene Heimat, und die alten Freunde aus der Kinderzeit waren für die meisten Grund für dieses Zusammenkommen. Man erinnerte sich, herzte sich, erfreute sich am kulturellen Programm des Treffens und genoß so manche ostpreußische Spezialität.

Es waren wieder fast 200 Freunde zusammengekommen. Die Räume des Veranstaltungszentrums „StadtHaus Burgdorf“ öffneten um 9 Uhr. Um 11 Uhr erfolgte die Gedenkminute am Heiligenbeiler-Stein im Burgdorfer Stadtpark. Die bewegende Rede hielt der Ehrenvorsitzende Siegfried Dreher.

Bei der anschließenden Mitgliederversammlung wurden Frau Margot Kohn und Vorstandsmitglied Brunhilde Schulz für ihre hervorragende Arbeit zum Wohle der Kreisgemeinschaft mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Ab 14 Uhr öffneten dann die Heimatstube und das Archiv der Kreisgemeinschaft ihre Türen und präsentierte eine liebevoll bereitete Sonderausstellung, die viel Anklang fand.

Um 16 Uhr hielt Frau Ilse Thomann ihre Vortragsveranstaltung mit besinnlichen aber auch fröhlichen Texten über Heiligenbeil. Die Texte gingen zu Herzen. Die Schrecken der Flucht wurden lebendig. Aber auch vieles Versöhnliches wurde vorgetragen. Und es wurde am Ende viel gelacht.

Am Sonntag sorgte um 10.00 Uhr das Platzkonzert der „Schützenkapelle Gehrden“ für die rechte Stimmung.

In der Feierstunde am Sonntag begrüßte die Vorsitzende Elke Ruhnke wieder Politiker und Funktionsträger sowie Frau Dr. Barbara Loeffke, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft Ostpreußen. Der Burgdorfer CDU-Fraktionschef Mirko Zschoch wies auf die Verbundenheit der CDU mit der Kreisgemeinschaft hin und kündigte für den Fall einer CDU-Mehrheit im kommenden Jahr das Wiederbeleben der Patenschaften an. Auch der CDU-Abgeordnete der Regionsversammlung Oliver Brandt äußerte sich für die Region Hannover betreffend in der gleichen Richtung. Er wolle sich dafür einsetzen, daß die Patenschaft zu den Heiligenbeilern wieder erneuert wird.

Frau Ilse Thomann vom Vorstand der Kreisgemeinschaft Heiligenbeil trug in sehr persönlichen Worten vor, was es bedeutet, wenn man seine Wurzeln in der alten Heimat verliert und heimatlos bleibt.

In seiner hervorragende Festansprache betonte der Altsprecher der Landsmannschaft Ostpreußen die Bedeutung der einzigartigen Heimat für den Menschen und er forderte, das Kulturerbe des deutschen Ostens dürfe nicht verloren gehen. Es sei notwendig, daß die Kreisgemeinschaft Heiligenbeil als “als kollektives Gedächtnis” fortbestehe und aus ihrem Schatz an andere weitergebe.

Kreisvertreterin Elke Ruhnke betonte in ihrem Schlußwort, daß sie diese Aufgabe übernehmen und auch künftig warnehmen wolle.

Es war ein harmonisches und schönes Treffen. Leider war auch in diesem Jahr kein offizieller Vertreter der Stadt Burgdorf zu den Heiligenbeilern gekommen. Auch fehlten zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Hinweisschilder zum StadtHaus und die Ostpreußenfahnen am Bahnhof, die all die anderen Jahre immer die ostpreußischen Gäste so schön begrüßten. Niemand sollte deshalb Schlechtes mutmaßen. Auch, daß die Heiligenbeiler Fahne, die einst eigens für die Heiligenbeiler von der Stadt Burgdorf angeschafft worden war, jetzt im Museum in Heiligenbeil/Mamonovo hängt ist sicher keine eigenmächtige Entscheidung von Bürgermeister Baxmann. Natürlich hätten die Heiligenbeiler sich gefreut, wären sie darüber informiert worden. Eine Patenschaft lebt von ihrem Miteinander. Wir Heiligenbeiler kommen jedenfalls gerne wieder in das schöne Burgdorf im nächsten Jahr zum nächsten Treffen am 3. und 4. September 2016.

Hier noch ein Video mit Bildeindrücken vom Treffen:

 

2 Kommentare

  1. Dieter Knapke

    S. g. D., s. g. H. Habe zunächst nur eine Frage zu dem Thema “Provinz Natangen”. Liege ich richtig, wenn ich das Städtchen Friedland/ Krs. Bartenstein an der Alle (mein Geburtsort) zur Provinz Natangen zähle? Bin Jahrgang 1940, habe die Flucht bei > minus 20 Grad im Januar 1940 noch in schlimmster Erinnerung. Aber was dann in Gotenhafen beim Warten auf eine Schiffspassage auf uns zukam, nenne ich heute eine “Apokalypse”.
    Und was Hunger wirklich bedeutet, habe ich in den Jahren 1945, 1946 und 1947 bitter, bitter mit meiner leiben Mutti und drei weiteren Geschwistern erfahren müssen.
    Spricht man bei solchen “Treffen” noch über solche Phasen oder ist alles schon abgehakt und nur noch Geschichte?
    Bei mir nicht! Ich träume des Nachts noch oft genug davon und schreibe einiges davon auf; vielleicht lesen die Enkel das einmal?
    Nichts für ungut.

    1. admin

      Lieber Herr Knapke, ich kann Sie und Ihre Empfindungen gut verstehen!
      Zu Ihrer Frage: Ja, Bartenstein gehörte zu Natangen. Einen schönen Artikel zum Thema finden Sie jetzt hier: http://perbandt-ostpreussen.de/?p=357

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